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Juli-August 26
Die Küste wird auch als Orca-Alley bezeichnet, seit Orcas gerne Segelboote angreifen

Wir verlassen Baiona (Spanien), es ist neblig, wir aktivieren den Radar. Orca-Sichtungen und physische Kontakte sind gemeldet kürzlich, auch in unserer Gegend. Wir sind völlig entspannt, haha. Etwas später segeln auf 80m Wassertiefe, es hat überall Fischerfähnli, der Nebel hat sich verzogen, so sehen wir sie. Eine Gruppe Delfine besucht uns, spielt ums Schiff, macht Freudensprünge, die Sonne scheint mittlerweile.

Bei der Einfahrt in den Fluss Lima bei Viana de Castelo (Portugal) haben wir urplötzlich 27 Knoten Wind und dazu gefühlt Hunderte von Surfern und Kitern. Nach 1.5 Meilen flussaufwärts legen wir beim Transitsteg der Viana-Marina an. Ein schöner Segeltag.

Wir sehen den Fischern zu, wie sie eine lange, biegsame Holz-Stange, an deren Ende ein rechteckiger Gitterkorb montiert ist, am Grund (in etwa 4Metern Tiefe) kräftig hin und herbewegen. Der mit Muscheln gefüllte Korb wird anschliessend hochgezogen. Das ist kräfteraubend, jedoch nachhaltig. Die Muscheln werden an Bord sortiert und verpackt.

Wir ergänzen unsere Vorräte im «Pingo doce», am Abend spielt eine Coverband, die «Banda da CA» Musik aus «unserer» Zeit (Pink Floyd, Eagles.....).

Wir sind überrascht und beeindruckt von der schönen Altstadt. Wir wandern hinauf auf 228müM zur Basilika «Santa Luzia», einer Wallfahrtskirche auf dem gleichnamigen Hügel. Die Postkarten-Aussicht auf den Fluss Lima, das Meer, die Berge rundherum, hinunter auf die Stadt Viana de Castelo nehmen wir mit auf unseren weiteren Spaziergang zu den Ausgrabungen einer keltischen Siedlung aus der «Castrokultur», «Citania de Santa Luzia», leider am Montag geschlossen. Am Abend gehen wir indisch essen, immer gut.

Fahrt über den Fluss Lima mit dem «Cruzeiro fluvial», nach Cabedero, an den schönen, langen Strand mit geschützten, bewachsenen Dünen, einer kleinen Lagune, Portugal gefällt!

Das Highlight heute ist das Spitalschiff «Gil Eannes». Hier gebaut 1955, als Spitalschiff unterwegs in Neufundland, um die zahlreichen Kabeljau-Fischer medizinisch zu versorgen. In einem kleinen, authentischen Lokal, dem «Tasquinha do Lima» essen wir Znacht, der Wirt offeriert uns zum Kaffee ein «Aguardente Vinica», eine Art portugiesischer Grappa.

R wirft einen Blick in den Motorenraum, da ist das Ölbindetuch voller Öl, hoppla. Ursache rasch gefunden, der Ölfilter hat sich etwas gelöst und so ist Öl ausgetreten.

Viana do Castelo

Geräteschuppen in Viana do Castelo

Viana do Castelo

auf dem Spitalschiff Gil Eannes

Porto

Gassen in Porto

Porto

Fotoausstellung Vivien Maier

Fotoausstellung

Waschsalon

Porto

Porto

Ponte Dom Louis I von Gustave Eiffel erbaut

Museo do Carro eléctrico

    Wir verlassen Viana do Castelo und segeln gemütlich auf etwa 40m Wassertiefe in Richtung Süden. Wieder kommen Delfine auf Stippvisite, zum Glück keine Orcas. Etwas nördlich von Porto wird das Wasser sehr schmutzig, werden ungeklärte Abwässer eingeleitet?

    Wir fahren am grossen Industriehafen Porto de Leixões bei Matosinhos vorbei und hinein in die Marina Porto Atlantico, wenig nördlich von Porto. Nachdem wir die Formalitäten erledigt haben, essen wir in einem Restaurant frittierte Sardinen, die haben Saison zurzeit.

    Die Brücke über den Douro ist in Renovation, ein Shuttle bringt uns mitten durchs Containerlager auf die andere Flussseite. Da nehmen wir einen Bus und steigen am Anfang der Altstadt von Porto aus, trinken ein Glas Weisswein und ein Bier zu Touristenpreisen, dann geht es ins Gewühl der wunderbaren Altstadt. Schlussendlich das Ganze wieder retour auf der Merci gibt es Raclette.

    Am Strand trinken wir einen Apero, im Restaurant «O Morrosol» bemüht sich der Wirt um uns, er hat in Deutschland gearbeitet und spricht etwas Deutsch. Spanien gewinnt gegen Argentinien und ist Weltmeister, Ursula hat Geburtstag.

    Im Fotografie-Museum, dem ehemaligen Gefängnis, sehen wir uns die Fotoausstellung von «Vivian Maier» an, flanieren später durch die Altstadt bewundern die Häuser mit den farbigen Kacheln an den Hauswänden, teilweise sind sie nicht mehr bewohnt und dem Zerfall nahe. Über die Eiffelbrücke (Ponte Luiz l) auf die andere Seite des Douro und wieder zurück, eine faszinierende Stadt. Am Abend gehen wir noch ins Trammuseum und essen im Restaurant «Tram», beim ehemaligen Tramdepot.

    Nach dem Ablegen und Segel setzen werden wir durchgeschüttelt auf unserem Weg in den Süden, Amwindsegeln halt, auf 28 Metern Wassertiefe, wegen der Orca. Ab Ovar Sandstrand, soweit das Auge reicht, Dünen, dahinter die Ria de Aveiro, ein Lagunengebiet, es erstreckt sich über 45 Kilometer bis nach Mira im Süden. Die Lagune wird zur Salzgewinnung genutzt, der Artenreichtum ist gross, Fischer und Vögel haben hier gleichermassen ihr Auskommen.

    Bei Aveiro funken wir die Aveiro Port Control an und dürfen im geschützten Hafen vor Sao Jacinto ankern.

    Wir finden den nicht sehr gross angeschriebenen Eingang zum «Naturreservat der Dünen von Sao Jacinto» und folgen dem 6km langen, gewundenen Wanderweg, sehr schön!

    Nach einer ruhigen Nacht vor Anker bei Figueira da Foz geht unsere Reise südwärts weiterhin dem Sandstrand entlang, ohne Wind, wir begegnen keinem Schiff, keinen Fischerbojen, keinen Delfinen, glücklicherweise auch keinen Orcas, die beissen momentan weiter im Norden in Ruder.

    São Jacinto

    Traditionsfischerschiffe in Nazaré

    traditionelle Fischtrocknung am Strand

    Strand in Nazaré 1

    Strand in Nazaré 2

    Blick auf Strand

    Nazaré

    Wellen

    Nazaré

    auf der Schaukel

      15 nm nördlich von Nazaré weichen die Sandstrände Steilwänden. Wir fahren in den Club Naval da Nazaré (CNN) North, zu unserem auf navily reservierten Platz, werden am Steg erwartet herzlich begrüsst. 5 Sterne für diesen Segelclub!!

      Wir gehen zu Fuss ins Pingo Doce (2.2km), nehmen zurück ein Uber, das kostet 2.94€.

      Eine Sangria im Strandcafé zum Apero, auf der Merci Tex-Mex zum Znacht und den Sonnenuntergang am Strand zum Dessert, so geht das!

      In Nazaré führen verwinkelte Gassen führen zum «Santuário de Nostra Senora da Nazaré», auf der Hügelkuppe geht’s hinüber zum Faro, dem Leuchtturm. Von hier aus lassen sich im Winter die Surfer in den bombastischen Wellen bewundern.

      Es ist weiterhin angenehm schönes Wetter, nicht zu heiss, wir bleiben verschont von Hitzewellen wie in der CH und Waldbränden in Frankreich und Spanien.

      Am Strand trocknen Einheimische Fisch nach traditioneller Art, indem sie ihn auf ein Gitter spannen und an der Luft trocknen. Vor Ort wird er verkauft, uns auch.

      Ablegen in Nazaré um 5 Uhr, es ist stockfinster. Bald können wir die Segel setzen, kurz nach 9 Uhr taucht neben dem Schiff eine Fluke auf, nein kein Orca, ein Wal, eventuell ein Pilot Wal. Bei Peniche schläft der Wind ein, dafür wimmelt es von diesen ver... Fischerfähnchen. 12 Stunden später, beim «Cabo raso», bei der Mündung des Tejo werden wir verwöhnt mit Segeln vom Feinsten. Um 1930 legen wir nach 72nm am Steg E23 an in der Marina Oeiras, etwas nördlich von Lissabon. Um 2230 ist Nachtruhe.

      Heute fahren wir mit dem Zug nach Lissabon. Gleich beim Bahnhof steht die sehr belebte Markthalle, dann steigen wir hoch zum Ortsteil Bairro Alto, durch enge Gassen, vorbei an Häusern mit wunderschöner Bougainvillea und schönen «Plättli». Die alten Trams fahren noch immer, die «Avenida da Libertade» ist gepflastert mit kleinen «Bsetzi -Steinen» mit schwarz-weissen Mustern. Die Ruine des «Convento do Carmo», während der Nelkenrevolution 1974 zerstört, erinnert an den 5. April. Hinunter zur Rua Augusta und hinaus zum grossen Platz am Tejo, und zurück mit dem Zug zur Merci.

      Ausflug mit dem Zug nach dem hübschen, etwas mondänen Cascais. Da soll am vergangenen Wochenende Ronaldo geheiratet haben.

      Start um 7 Uhr, bei Sonnenaufgang, wir fahren unter Motor küstennah, die Orca-Gefahr ist real, Sichtungen und Interaktionen rund um uns herum. Das Cabo Espichel ist umrundet, wir, können für kurze Zeit die Segel setzen. Bei Sesimbra entscheiden wir uns, nicht die ganze Bucht auszufahren, was eigentlich wegen der Orcas angesagt wäre. Sondern fahren auf 100m Wassertiefe der WalPal schwimmt mit. Ab 14 Uhr schiebt uns wie prognostiziert der perfekte Wind bis vor den Hafen in Sines, wo wir einen Hafenplatz reserviert haben.

      Hier wurde Vasco da Gama um 1469 geboren. Im Jahr 1497 umrundet er das Kapp der guten Hoffnung und trifft tatsächlich 1498 auf die Westküste Indiens.

      Ablegen in Sines in der Dämmerung um 0645. Bald geht die Sonne auf, hinter dem Tiefwasser-Containerhafen. Die Küste des Alentejo ist abwechslungsreich und schön. Das Meer ist sehr verschmutzt, Wind hat es keinen.

      Nachdem wir das Cabo de São Vicente umrundet haben, bläst uns der perfekte Wind in die Ankerbucht Enseada de Sagres. Für die Crew gibt es einen Gin Tonic, in der Bucht ankern ein dänisches, ein schwedisches, ein britisches und ein französisches Boot, eine internationale Gesellschaft. Der Sternenhimmel wölbt sich über uns, die Milchstrasse, die Venus, alles da.

      Kurz vor 14 Uhr lichten wir den Anker und, setzen die Genua und der Wind schiebt uns vorbei an den berühmten Felsformationen „Ponta de Piedade“ bis vor die Einfahrt bei Lagos. Wir legen am Waiting-Pontoon an, gehen zur Reception und liegen nun am Steg D06.

      Wie nun weiter? Nach Madeira zum Überwintern zu den Kanaren, Cabo Verde, Atlantiküberquerung? Zurück in den Norden? U möchte nicht so lange Schläge machen, also nordwärts.

       

      Lissabon

      Lissabon

      Bougainvillea in Lissabon

      Fassadenmaler

      Tram

      Kacheln

      Touristensujet

      Strand in Cascais

      Kopfsteinpflaster in Cascais

      Wir verlassen Lissabon

      Sines, Geburtsort von Vasco da Gama

      Aussichtspunkt für Möven auf Sines

      früh unterwegs

      Capo Sao Vicente, südwestlichster Punkt Europas

      nach Stunden unter Motor

      Grotten und Felsen vor Lagos

      Hochsommer in Lagos


        Orcas

        Von der Biskaya bis Gibraltar machen seit einigen Jahren Orcas das Segeln unsicher beziehungsweise gefährlich. Sie beissen Ruder ab oder rammen die Boote mit voller Wucht; einige sind untergegangen andere mussten an Land geschleppt werden. Todesfälle gab es meines Wissens noch keine.

        Verhaltensempfehlungen ändern immer wieder, das zeigt wie ratlos man gegenüber diesem Problem ist. Man soll möglichst innerhalb der 20m Tiefenlinie fahren und dieses Jahr soll man bei Kontakt den Motor starten und Richtung Ufer fahren, in der Hoffnung, dass sich die Orca Jungs zu weit von der Gruppe entfernen und zurück gehen. Auch soll man sofort einen Notfall über Funk absetzen, die Seenotretter sind bereit und patrouillieren sogar bei neuralgischen Orten.

        An Küstenabschnitten wo es in den letzten zwei bis drei Wochen keine Orca Sichtungen gegeben hat haben wir uns nicht immer an die 20m Empfehlung gehalten und haben herrliche Segelbedingungen vorgefunden. In den letzten Abschnitten mussten wir uns aber an die Empfehlung halten, weil andere Boote Sichtungen und Attacken gemeldet haben. So sind wir ufernah ohne Wind, dafür mit sich vom Ufer her reflektierenden, unangenehmen Wellen unter Motor gefahren. Ein, zwei Meilen weg von der Küste hätten perfekte Bedingungen geherrscht. Schade.


        Wasserverschmutzung