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Mai - Juni 25
Ausser einem Aufsetzen auf einer Sandbank gibt es in diesem Bericht keine Stürme, Kenterungen oder andere spektakuläre Ereignisse

An einem strahlend schönen Tag Ende April eröffnen wir die Saison, setzen die Segel und kreuzen auf nach Concarneau; wandern auf dem GR34, baden im kühlen Meer.

Heute begleiten uns Seeschwalben auf der Fahrt zum Fluss Bélon. Bei der Einfahrt stehen rote und grüne Markierungsbojen die Roten begrenzen rechts das Fahrwasser die Grünen links, ziemlich verwirrend, normalerweise ist es umgekehrt. Wir finden den Weg, machen fest zwischen zwei riesigen metallenen Anlegebojen, die Vögel zwitschern, es hat viel Wald und viele Boote etwas weiter flussaufwärts an Bojen, friedlich.

 

Wir fahren mit dem Dinghi bei Ebbe zum trockenfallenden Schwimmsteg vor der Capitainerie, klettern auf den Schwimmsteg und sehen Fischern zu, wie sie ihren Fang sortieren: Seeaal, Hummer, Seespinne (Araignée). Nun wandern wir dem Ufer entlang durch naturbelassenen Wald mit vielen Farnen, Eichen, Kastanien, blühendem Ginster, Knabenkraut, vorbei an Holzgerippen, waren einmal Schiffe; vorbei an vielen Austernzuchten; die bekannte «huître plat du Bélon» wird hier gezüchtet;

Wieder zurück steigen wir in unser mittlerweile schwimmendes Dinghi, starten den Elektro-Motor, haben jedoch keinen Schub. Die Strömung treibt uns an eine Boje, bald kommt ein RIB, nimmt uns längsseits und bringt uns zur Merci. Wir flicken den Elektromotor, fahren zum «Chez Jacky», wo wir Muscheln essen, frisch aus dem Vivier.

 

Wir segeln zum Port Tudy auf der île de Groix.

Auf dem Uferweg geht es um die halbe Insel. Eine abwechslungsreiche Wanderung, der Pfad schlängelt sich zwischen meterhohen Büschen, führt hinunter an den Strand, hinauf zu kahlen Felsen mit Sicht aufs Meer. Wir sehen: Fasane, Brandgänse, Uferschwalben mit ihren Bruthöhlen, Rauchschwalben, Mehlschwalben, Mauersegler, Brachvögel, Austernfischer, Steinwälzer, Kiebitze.

Im Dorf kaufen wir Fisch in der poissonnerie, die Bäckerei ist auch gut besucht, on fait la queue. Aus der Kirche kommt Musik, es ist der 8. Mai, dem Ende des 2.WK wird gedacht.

 

Unterwegs zum «Port Louis» bei Lorient: Irgendetwas ist faul, entweder der B2B-Lader, die Service-Batterie oder weiss der Geier was. Eine Überhitzung der Batterie wird angezeigt, das Laden unterbrochen. R findet den Missetäter: die Schraube am Minuspol der Servicebatterie hat sich gelöst, nun können die 60 Ampère Strom nicht mehr fliessen und entwickeln Hitze. Zum Glück hat der Temperaturfühler die Hitze bemerkt und Alarm gegeben. Das Problem ist rasch behoben.

Concarneau bei Niedrigwasser

bei Hochwasser 6 Stunden später

Austernzucht

Austernzucht im Belon

Delikatessen direkt aus dem Fluss Belon

Altschiffentsorgung

Markthalle in Concarneau

île de Groix

    Heute kommt Marie-Line, sie wird gut zwei Wochen mit uns die Bretagne bereisen. Erstmals begegnet sind wir uns vor zwei Jahren in Svolvær auf den Lofoten, wo sie unser Schiff mit der Schweizer-Fahne gesehen hat. Sie hat uns gefragt, ob wir sie so in zwei Jahren mitnehmen würden. Natürlich sagen wir ja. Im vergangenen März hat sie sich gemeldet kommt nun an Bord. Wir gehen uns die Citadelle anschauen und die integrierten Museen.

     Wir legen ab und werden bald über Funk angehalten, den Kurs zu ändern, Militärübungen sind der Grund. Wir kommen trotzdem nach Quiberon, werden ins Bassin Flot begleitet, wir liegen sehr ruhig im Port Haliguen.

     

    Die Wanderung entlang der «plage sauvage» ist schön, leider verläuft die Strasse parallel zum Wanderweg, was die Wanderung etwas weniger «sauvage» macht.

    Wir segeln bei perfekten Bedingungen in Richtung Norden, nach Trinité sur Mer, in einen riesigen Hafen, die Capitainerie ist 1 km entfernt.

    Mit gemieteten Velos besuchen wir Carnac, um die vor 5000 Jahren aufgestellten Monolithen zu bewundern. Schlicht überwältigend, über 3000 Steine.........ein eindrücklicher, wunderbarer Tag.

     

    Nun wollen wir in den Golf de Morbihan. Beim «Eingang» kommt uns die Strömung kräftig entgegen, mit manchmal nur 0.5 Knoten Fahrt kämpfen wir uns hoch bis zur Île aux Moines.

    Wir biegen ab zum schwimmenden Ponton vor der Insel und schwupps, sitzen wir auf einer Sandbank fest. Es ist bald Niedrigwasser, also Kaffee trinken und abwarten bis das Wasser steigt...

    Das Wassertaxi holt uns ab, wir mieten Velos und erkunden die Insel.

    In einem Feld bewacht ein Fasan sein Gelege. Zurück im Dorf essen wir «une Galette», kaufen im Dorfladen ein, essen im Cockpit, geniessen den Sonnenuntergang und den rotvioletten Himmel.

    Eine Stunde vor Hochwasser legen wir ab, geniessen die Fahrt, die Landschaft ist enorm schön, überall Boote an Bojen. Nach gut einer Stunde sind wir vor Vannes, wo wir zu einem Fingersteg eskortiert werden.

    Wir gehen in die Stadt, viele mittelalterliche Rieghäuser, eine grosse Kathedrale, ein mächtiges Schloss mit grosszügigen Gärten, ein sehr schöner Ort. Wir besuchen das Kunstmuseum und bewundern die blauen Bilder von Généviève Asse. An der Hafenfront essen wir Moules Frites.

     

    Es ist sonnig, die Strömung schiebt uns, zeitweise haben wir 8 Knoten Fahrt. Wir fahren in den riesigen Hafen von Arzon ein, Port du Crouesty. Am Montag beginnt die «Semaine du Morbihan», der Hafen ist übervoll. Wir legen als drittes Boot im Päckli am Steg T an. Der Weg zur Capitainerie ist 1.5km weit. Da genehmigen wir uns doch glatt einen Apero auf dem Rückweg zum Boot. Am Abend gibt es ein Fondue, wir haben noch Schweizer-Käse.

     

    Wir setzen die Segel, geniessen die Fahrt nach Belle-île in le Palais. Da nehmen wir uns eine Boje vor der Hafenmauer, die Nacht wird unruhig.

    Am Morgen bestellen wir das Wassertaxi, flanieren durch das stimmungsvolle Städtchen. Es hat viele Touristen, wir legen kurz nach dem Mittag unter Segel ab. Eine schöne Fahrt vor dem Wind mit bis zu 17 Knoten, nach 28nm legen wir um 1830 in La Turballe an. Der Hafenangestellte hat alle Hände voll zu tun, es kommen mehrere Schiffe fast gleichzeitig an.

     

    Wir gehen zu den «les marais salants», einem Sumpfgebiet, darin sind Salzgärten versteckt, ein Bijou. Das Salz von Guérande soll reich an Magnesium und Spurenelementen sein.

    Die Salzgärtensind auch ein Vogelparadies, wir sehen: Stelzenläufer, Rotschenkel, Säbelschnäbler, Küstenseeschwalben.

     

    Wir segeln gemütlich nach Pornichet. Die Stege sind etwas in die Jahre gekommen, die Anlage ist aus den 70er Jahren, etwas heruntergekommen, am Strand stehen Hochhäuser, keine Augenweide.

    Der kleine Hafen hinter der Marina fällt trocken. Die Schiffe schaukeln an den Bojen, 6 Stunden später stehen sie im Schlick.

    Im Ort gibt es einen Markt mit frischem Gemüse, Salat, Obst, gegrillten Poulets und Kleidung, in «Les Halles» gibt es vor allem Muscheln, Fleisch und Käse.

     

    Wir nehmen einen Bus nach Guérande, dem schönen, mittelalterlichen Städtchen, mit fast komplett intakter Stadtmauer, die die «Ville Close» umfasst. Ein Teil der «Remparts» ist begehbar. Gefällt uns gut. Wir kaufen vom berühmten Salz!

    Marie-Line verlässt uns heute, wir hatten eine ganz gute und entspannte Zeit zusammen.

     

    Es ist trüb heute morgen, Nieselregen, wir starten gegen Mittag, die Sonne zeigt sich schon wieder. Bei den Inseln Hoëdic und Houat erscheinen auf dem Plotter zig AIS-Signale, bald sehen wir die Regatta in Natura. Wir machen nochmals Halt im Port Haliguen bei Quiberon. Am Abend ist das Becken voll von jungen Leuten; kostümiert, Musik, das Ende der «Semaine du Golfe» wird gefeiert.

    Beim alten Hafen trinken wir gegen Abend einen Apero. Es wird flaniert, in Sommerkleidern, Shorts, Flipflops, Turnschuhen, Mietvelos fahren vorbei, Hunde werden spazieren geführt; schwere Rucksäcke, das sind die GR34-Wandernden oder Gleitschirm-Piloten, letztere werden mit Flugzeugen in die Höhe gebracht, sie springen und segeln langsam zu Boden.

    Wir segeln nochmals nach Belle-île, und erkunden die Insel auf die bequeme Art: wir mieten uns ein Auto. Fazit: Eine hübsche Insel!

    Nach einer recht ruhigen Nacht legen wir ab, ein paar Regenwolken bringen zeitweise kräftigen Wind, wir segeln bis vor die île de Groix, wo wir bei Nieselregen und 16 Grad im Port Tudy anlegen.

    Im Gegenuhrzeigersinn fahren wir heute bei sonnigem Wetter um die Insel, eine Regatta mit Traditionsschiffen ist im Gange, wunderschön! Wir machen fest in der Sainte Catherine Marina in Locmiquelic bei Lorient. Ein netter Ort.

     

    Port Louis

    Plage in Port Louis

    Wandgemälde in Quiberon

    Marie-Line spürt Wind und Boot

    über 3000 Menhire sind in Steinreihen um Carnac aufgestellt

    Menhire bei Carnac

    Austernzucht bei Île des Moines

    Guerande

    Zehn Käse und ein Brot

      Heute kommt Jan, wir holen ihn mit dem Schiff in Loriont ab. Zurück in Sainte Catherine machen wir es uns gemütlich, gehen einen Apero trinken und geniessen Ursulas berühmten Fleischkuchen.

      Kurz nach Mittag starten wir in Richtung île de Groix, über Funk erfahren wir, dass nur noch Bojenplätze im Vorhafen zu haben sind. Wir machen eine 180° Wende und segeln gemütlich vor dem Wind zurück, in Port Louis finden wir einen guten Platz am Ponton. Jan hat die ganze Zeit gesteuert, die Wenden und Halsen gefahren, er hatte Spass.

      Leider ohne Wind motoren wir nach Doëlon. Wir nehmen uns wegen der starken Strömung hinter dem Wellenbrecher zwei Bojen, eine vorne und eine hinten und liegen ruhig. Nach einem kurzen Platzregen rudern wir an Land. Das Restaurant «les trois mat» hat geöffnet, wir essen gut.

      Heute segeln wir zu den Glenans. Zwischen den Inseln St. Nicolas und Bananec ankern wir. Es ist etwas rollig, der Wind nimmt gegen Abend ab, es wird ruhig und friedlich am Ankerplatz.

      Morgens um 4 Uhr geht der Ankeralarm los, der Wind hat um 180 Grad gedreht, wir driften ein wenig, aber der Anker gräbt sich bald wieder ein, alles gut.

      Mit dem Dinghi fahren wir auf die Sandbank, die zwischen den Inseln St Nicolas und Bananec bei Ebbe entsteht. Die Möwen beäugen uns neugierig, fliegen jedoch nicht weg. Wir umwandern die Insel, sehen Austernfischer und Regenpfeifer, die Glenans sind wirklich sehr schön.

      Anker auf und rein nach Concarneau, Duschen, und ins «Amiral» (des Commisaire Dupin), da gibt es ein Entrecôte für Roger, eine Ente für Jan und einen Thunfisch für Ursula.

      Wir gehen Fisch, Käse, Brot und Gemüse einkaufen in «les Halles. Jan und U gehen in die Ville Close, Jan hat ein Faible für mittelalterliche Gebäude, trifft sich gut. Zurück auf dem Boot verbringen wir einen gemütlichen Abend mit Jan, inklusive einer Runde Rumikub.

      Heute verlässt uns Jan leider schon wieder. Es war schön mit dir, Jan, merci für deinen Besuch auf der Merci.

      Salzgärten in Guerande

      Citroën Méhari

      Kunstmuseum in Vannes, Généviève Asse

      Trockenfallen in Pornichet