Leaving the Mediterranean 1

westwärts Richtung Atlantik


Sizilien - Sardinien - Spanien

Licata (Sizilien) - Carloforte (Sardinien)
2.9 - 13.9.2019, 320nm

2.9.2019 (MO) Licata, Marina di Cala del Sole

Am Montag Abend finden wir das Schiff friedlich schaukelnd am Steg vor, es glänzt. Dienstag bis Donnerstag erledigen wir alle anstehenden Arbeiten. Wir gönnen uns ein letztes Essen in Licata im El Diablo. Der Besitzer Eliseo Accursio hat mit seinen Eltern Angelo und Rosalba mehrere Jahre in Deutschland gelebt. Nun bieten die 3 köstliche authentische, ehrliche sizilianische Gerichte zu angemessenen Preisen in einem leicht exzentrischen Ambiente: Kuckucksuhren, Marionetten, ....Gekocht wird für maximal 22 Personen auf einem 4-Flammen-Gasherd in einer Küche von 2x4 Metern, Organisation sei das Geheimnis, verraten sie uns beim Fototermin.

6.9.2019 (FR) Licata - San Leone (Anker) 23nm

Um 11:10 laufen wir unter Motor aus, bei sommerlichen Temperaturen und leichtem Westwind, westwärts. Alles funktioniert, die Anspannung löst sich, wir machen es uns gemütlich. Unterwegs, schön! Der Anker fällt, hält, wir kochen, essen und verziehen uns in die Koje. Der Schwell beschwert uns eine unruhige erste Nacht.

7.9.2019 (SA) San Leone - Sciacca (Circolo nautico il corallo) 31nm

Um 8 Uhr lichten wir den Anker und tuckern weiter westwärts. Der Westwind frischt stetig auf, die Wellen werden höher. Aufkreuzen macht keinen Spass, mittlerweile haben wir Wellenhöhen von 1,5 Meter und 5-6Bf Wind. Die Wellen überspülen das Vordeck, Wasser dringt durch das undichte Fenster in der Eignerkoje und nässt unsere Matratzen. Der Motor kämpft 11 Stunden, wir erreichen nach 31 nm um 19 Uhr ziemlich geschafft Sciacca. Hier werden wir äusserst freundlich empfangen und umgehend zum Grillabend des Circolo nautico eingeladen. Für 5 € pro Person werden perfekt grillierte Sardinen, frische Zwiebeln in Weisswein-Essig, Brot und Weisswein serviert.

Wir bleiben in Sciacca, pflegen uns und das Schiff.

11.9.2019 (MI) Sciacca (Sizilien) - Carloforte (Sardinien)

Um 0710 starten wir in Sciacca,. Wenig Wind und ruhige See lassen uns zügig vorwärtskommen unter Motor. Nach 34 nm pendelt sich der erwartete NE-Wind mit 2 Bf ein, Segel raus. Nach kurzer Zeit ist der Spass vorbei, Genua einziehen, Motor an. Gegen Abend erwacht der Wind wieder, Motor aus, Genua raus. Leicht gerefft fahren wir gemütlich mit raumem Wind in Richtung Sardinien.

0200 Uhr, Donnerstag 12.September 2019, (roger). Ich habe soeben die Wache von Ursula übernommen, wir sind auf unserem bisher längsten Schlag. Gestern früh sind wir in Sciacca Richtung Carloforte auf der Isola di San Pietro gestartet. Morgen Abend werden wir voraussichtlich unser Ziel erreichen und dann über 250 nm (ca 450km) zurückgelegt haben. Wir befinden uns zwischen Sizilien und Sardinien. Der Wind querab mit 10-15 Knoten treibt uns mit 5 - 6 kn vorwärts, so ist Segeln vollkommen. Ein Tanker passiert uns in 2 nm Abstand, es ist das einzige von Menschen gemachte Licht ringsum. Nicht einmal ein Klimasünder überfliegt uns. Kein Vergleich zu den mannshohen Wellen und den 25 kn gegen an vor ein paar Tagen, wo uns der Motor mit 2.5 kn vorwärtsgebracht hat.

In Carloforte legen wir um 1335 an, in der Marine Sifredi. Wir sind müde, aber zufrieden.

268 nm haben wir zurückgelegt, zwei Etmale von 116nm sind sehr erfreulich. Ein absolutes Novum für uns sind die 127nm Segeln am Stück!

  • El Diablo, Gassenbeiz, Licata
    El Diablo, aussergewöhnliche Gassenbeiz in Licata
  • Küchenmeister Angelo
  • Circolo Nautico
    Grillabend beim Circolo Nautico
  • feine Sardinen
  • Nullmeridian
    Nullmeridian, dann westliche Hemisphäre

    Carloforte (Sardinien) - Torrevieja (E)
    15.9 - 19.9.2019, 434nm

    15.9.2019 (SO) Carloforte

    Am 15.9. um 11 Uhr laufen wir aus, der Kühlschrank ist voll, wir stechen in See. Die Hafenausfahrt ist sehr seicht, es hat Wassertiefen zwischen 5 und 10 Metern, wir sehen bis zum Grund, teils Sand, teils Bewuchs. Wir haben in ganz Sizilien kaum solch klares Wasser gesehen und staunen.

    Wir segeln, der Wind ist mit etwa 15 Knoten leicht räumlich angenehm. Die Nacht wird ruppig, der Wind legt zu und bläst mit bis zu 27 Knoten, die See ist unruhig. Ursula schläft schlecht und ist am Morgen ziemlich ko.

    Der 16.9. bringt Entspannung, Ursula nutzt jede freie Minute zum Schlafen. Wir haben Besuch: ein Singvogel, eine Fliege, eine Mimikri-Wespe, eine Libelle (frisst die Wespe genüsslich und fliegt alsbald von dannen). Der Wind schläft am Nachmittag ein, wir starten sTrudi (unser Motor hat einen Namen bekommen). Vor Sonnenuntergang fliegen 2 Schwalben ums Schiff. Die Nacht ist ruhig, ereignislos, perfekt zum Schlafen!

    17.9. ebenfalls ruhig, ohne Wind. Besucher: 2 Schildkröten, 1 Delfin. Die Sonne verschwindet hinter den Wolken, zeigt sich jedoch kurz vor dem ins Meer versinken glutrot, anschliessend ein phänomenales Abendrot (Ursula muss es mit dem Handy festhalten). Nacht wieder ruhig unter Motor. Wir fahren etwa 5 Meilen südlich von Formentera durch, damit wir die neusten Wetterdaten via Internet herunterholen können. Die Wetterlage ist weiterhin ruhig, wir werden motoren müssen, werden jedoch auch nicht von heftigen Gewittern überrascht werden.

    18.9.So ist es, sTrudi muss arbeiten, es ist heiss, Schildkröten paddeln in aller Ruhe an uns vorbei, um 16 Uhr gönnen wir uns ein Bad an der langen Leine im 25°C warmen Wasser.

    Der Sonnenuntergang mit anschliessendem Abendrot ist eine Wiederholung von gestern, ebenso die Nacht.

    19.9.2019 (DO) Torrevieja

    Am Morgen gegen 9 Uhr kommen wir in Torrevieja an, tanken und trinken an der Tankstelle 2 herrliche Milchkaffees. Wir sitzen sicher eine halbe Stunde dort. Anschliessend finden wir in der Marina Salinas einen Platz, verbringen 45 Minuten mit den Formalitäten und gefühlte 45 Minuten unter der Dusche. Gesicherte 2 Stunden versucht sich Roger erfolglos ins Wifi der Marina einzuklinken. Ansonsten eine gute Marina, einfach riesig. Torrevieja ist ein typisches Feriendomizil an der Costa Blanca, alles voller Hochhäuser; für eher nicht so vermögende Kundschaft.

    Jedenfalls finden wir ein gemütliches Beizli in einer Seitengasse mit guter Musik. Der Kellner streamt die Musik, Amy Winehouse, Andrea Botticelli mit James Brown, Ed Sheeran......Dazu eine Paella marisco.

    Wir sinken ins Bett und schlafen tief.


    1413.3 km, 22:34:22

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