Izola - Sizilien

wir verlassen die Adria


von Slovenien nach Sizilien


(Mai / Juni 2018)

Im März fährt Roger für 10 Tage nach Izola, kämpft tagsüber auf der Jurawind gegen den Rost, geniesst mit Nachbar Beat aus der Ostschweiz am Abend ein Bier. Im Mai wird er von Jan nach Slowenien gefahren, ich nehme ein paar Tage später den Nachtzug.

Bald darauf schwimmt die Jurawind, der Motor springt an, wir fahren nach Piran.

Die Wellendichtung tropft, es blieb nicht Zeit, wirklich alles optimal herzurichten. Die Fusspumpe fürs Wasser zieht Luft, die Wellendichtung tropft in den Wellenschacht, die Seewasserpumpe für die WC-Spülung ist etwas leck, korrodiert. 

Ausklarieren in Piran, einklarieren in Umag. Der Auspuff schwärzt wieder den ganzen Motorraum, schon wieder ist das Teil kaputt!

Wir segeln bis südlich des Limski—Kanals, ankern in der geschützten Bucht: Auspuffadapter ersetzen, Motorenraum reinigen, Bilgenpumpe in Wellenschacht installieren, Deck streichen, Windgenerator aktivieren…und Baden.

Wir motoren weiter und sehen Delfine, ein Aufsteller. In der Bucht Zapodaski auf Losinj lassen wir den Anker fallen. Es gibt eine unruhige Nacht, Wind kommt auf und ein Gewitter entlädt sich in den frühen Morgenstunden, wir schwoien stark, der Anker hält.

Greben, eine Insel in der Nähe von Ist, von weither sichtbar, schroff, gezackt. Am Kap steht ein roter Leuchtturm, Büsche, Vögel. Die Inselwelt Kroatiens ist einzigartig!

Ist, Bucht Zapuntel, Boje. Schöner Ort, klein, unaufgeregt. Die 2 Restaurants haben geschlossen, der Bojen Besitzer grilliert für uns ein Poulet und bringt es an Bord, so nett!

Zum letzten Mal fahren wir nach Veli Iz. Wir werden freundlich empfangen von Igor und Carlo, gehen zu Suzana im Slanac, sie freut sich wirklich, uns zu sehen, spendiert den Capuccino. Am Abend erkennt uns Ante im Luzarjia die Fischplatte ist köstlich. Merci Sinisha für den Freundschaftspreis!

Wir brechen auf nach Zirje, können 16 Meilen Segeln. Rosa erkennt uns sofort. Der lauwarme Kartoffelsalat wie immer ein Gedicht, der Fisch knusprig gebraten wie immer.

Weiter geht’s via Gratisboje in Vis nach Lastovo zum Hotel Solitudo: schon wieder Fischplatte, fein! Am Steg kein Landstrom, ist wohl unser Kabel defekt?

Zum Ausklarien setzen wir über nach Ubli zur Tankstelle. Stromausfall auf der ganzen Insel, wir müssen warten. Haben wir einen Kurzschluss ausgelöst gestern? Unser Boiler-Thermostat könnte die Ursache sein. Um 1405 haben wir ausklariert, getankt und machen uns auf nach Italien. 

Es ist ruhig, kein Wind, Delfine begleiten uns, in der Nacht weicht uns ein Kreuzschiff aus. Im VTS vor Brindisi hat es am frühen Morgen Nebelbänke, der Radar hilft. Im Laufe des Tages wird es heiss, wir baden und passieren gegen 16 Uhr den Leuchtturm bei der Hafeneinfahrt Brindisi. Im Innenhafen machen wir bei Claudio, ormeggiatore von „Delle Indie“ fest. Leider keine Dusche, Überfahrt geschafft!

  • Regenbogen in Izola
  • ein Jahr an Land zur Überhohlung in Izola, Slovenien
  • immer genügend Arbeiten am Schiff vorhanden
  • ruhige See in Norddalmatien
  • Abschied von Rosa bei Zirjie
  • Brindisi, Stadt mit süditalienischem Charme

    Einklarieren, einkaufen, Waschen. Wir geniessen die Italianità, können uns in der Landessprache verständigen und geniessen das italienische Essen! Brindisi gefällt uns. Kein Landstrom, warum? Claudio kommt leicht ungehalten zu uns, wir hätten die Stromversorgung lahmgelegt, 33 Schiffe seien ohne Strom. Der Boiler hat den Kurzschluss verursacht!

    Unter Motor nach San Foca di Melendugno, im kleinen Touristenort ist in der Vorsaison noch tote Hose. Sandstrand, Schwimmen, ausgezeichnetes Abendessen im Restaurant Lanterna.

    Bei 11 Knoten Wind, lassen wir die Genua raus und fahren gemütlich mit 5 Knoten nach Otranto, wo wir im Hafenbecken neben der „Charisma“ (CH) ankern. Die Stadt existiert seit der mittleren Bronzezeit, die Altstadt ist sehr beeindruckend: eine Wucht! Eine Festung! Zwei Tore schützten früher die Bewohner, verwinkelte Gässchen, sehr eindrücklich. Die verschiedenen Stile zeugen von vielen Einflüssen. Zum Beispiel die Kathedrale «Santa Maria Annunziata», gegründet von einem Normannen Mitte des 11. Jh, mit urchristlichen, byzantinischen, romanischen Einflüssen; der Boden, ein Mosaik aus abertausenden von Steinchen zeigt alttestamentarische Szenen. Unter der Kathedrale eine wunderschöne Krypta, das kuppelförmige Dach gestützt von unzähligen Säulen.

    Otranto (Lecce, Apulien, Stiefelabsatz) ist der Hauptort des Salento, bekannt für seinen guten Wein.

    Wir schlendern durch die ganze Altstadt trinken einen Apero und treffen beim Dinghi Urs (mit Ruedi und Anwar) von der Zahara (Veli Iz), sie sind unterwegs nach Griechenland.

    Nur mit der Genua lassen uns gegen Süden schieben. Vor der Hafeneinfahrt bei Santa Maria de Leuca gehen wir vor Anker, der Grund ist felsig, der Anker hält schlecht. Wir essen gut im «Lupo di mare,» der Service ist jedoch dermassen rasant, dass wir nach einer knappen Stunde wieder auf der Strasse stehen.

    Tags darauf sind wir gewissermassen sportlich unterwegs, wir erklimmen die 281 Stufen von «La Cascata monumentale», (Bauzeit 1906-1918); ein Bauwerk aus Tuffsteinen, mit einem nicht mehr funktionierenden Wasserspiel, zum alles überragenden Leuchtturm. 

    Am Abend verpflegen wir uns in der «Isola del panino,» take away auf italienisch.

    Unterwegs mit Motor (3 Bf gegenan) kreuzen wir zwei paddelnde Schildkröten. Mit einem Schwenk vorbei an 2 Bohrtürmen, (darum die Kurve, Barbara!) werden wir im Hafen von Cortone, Kalabrien, freundlich empfangen, gehen kurze Zeit später geduscht ins lebhafte Städtchen essen. 

    Hafentag, da Starkwind angekündigt ist.

    Batterie wechseln beim Wasserzähler: Beim Montieren des Panels berühren sich 2 defekte Kabel. Kurzschluss: der Ventilator, die LEDs und die 12 Volt - Steckdose sind tot.

    Auf dem Fischmarkt in Cortone herrscht Hochbetrieb, wir kaufen Tintenfisch, der wird im Ofen auf Zwiebeln und Kartoffeln gedämpft, schmeckt!

    Start kurz vor Sonnenaufgang, wir queren den Golfo di Squillace bei glatter See in Begleitung von Delfinen. Lido di Squillace wäre kulinarisch ein Stopp wert, Ueli und Anne gaben uns den Tipp. Leider ist Morgen wieder mit Starkwind zu rechnen, daher ein Anlanden zu riskant.

    Nach 50 sm sind wir bei Rocella Ionica, wir umfahren wie im Handbuch beschrieben die Sandbank an der Einfahrt zum Porto delle Grazie; das Anlegen an den Fingerdocks bei böig auffrischendem Wind gelingt mit Hilfe des ormeggiatori (marinero). Am Abend essen wir im Hafenrestaurant, welches berühmt ist für «Pizza am Meter»., Im Fernsehen Michelle Hunziker, Konrad’s Spezialfreundin.

    Ruhetag. Innenfenster kitten. Bei Starkwind (6 Bf) spazieren wir dem Sandstrand entlang ins Dorf. Die Wellen überschlagen sich, Grundwellen entstehen, eine Einfahrt in den Hafen wäre heute nicht möglich! Die erste Reihe der Liegestühle und Schirme am Strand stehen im Wasser. Das gemütliche Roccella Ionica wird beherrscht vom Kastell, das auf dem Felsen hoch über dem Ort thront.

    • Otranto, Weltkulturerbe im Salento
    • Warten auf Gäste in Otranto
    • Krypta der Kathedrale Santa Maria Annunziata
    • In der warmen Frühlingssonne
    • Otranto
    • Santa Maria de Leuca

      In der Nacht macht ein kleines Segelboot lautlos an der Innenmole des Wellenbrechers fest, die Küstenwache ist vor Ort, Leute in weissen Schutzanzügen und Gesichtsschutz, knapp 20 Schwarze mit knisternden, glänzenden Rettungsdecken klettern heraus. Das Flüchlingsdrama ist hier präsent, in Italien regiert Soldini, bedrückend.

      Angenehm raumer Wind schiebt uns am nächsten Tag gemütlich in Richtung Sizilien, der rauchende Aetna steht majestätisch vor uns, keine Wolken verdecken ihn. Am Horizont sind Schaumkronen, wir kommen in die Strasse von Messina, reffen, Starkwind mit 6-7 Bf empfängt uns, wir segeln hart am Wind mit über 7 Knoten, viel Druck, viel Lage, unangenehm! Wir müssen abfallen, fahren nun nach Süden in Richtung Afrika, können dank dem rechtsdrehenden Wind kontinuierlich anluven und erreichen unser Ziel Naxos Giardino. Im Hafenbecken steht Schwell, also weiter nach Riposto mit Rückenwind, in die Marina dell Etna. Müde und zufrieden hören wir den Vulkan rumpeln!

      Ruhetag. Wir flanieren durch Riposto, gefällt uns gut, ehrlich, nicht herausgeputzt, viele kleine Lebensmittelläden.

      Wir haben die Sunset-Aetna-Tour gebucht. Während der einstündigen Fahrt durch verschiedene Vegetationszonen unterhält uns der umtriebige Reiseleiter Alfredo. Auf 1900 Metern (Rifugio Sapienza) steigen wir in ein geländegängiges Fahrzeug, das transportiert uns auf der staubigen Piste bis auf 2700 Meter. Zu Fuss mit dem kundigen und engagierten Bergführer Peppe gelangen wir nach 45 Minuten zu den rauchenden Kratern. Durch das Geröll rutschen wir anschliessend hinunter.

      Wir segeln (!) nach Siracusa, unterwegs müssen wir dem Tanker „Eviacement 3“ ausweichen, der hätte uns glatt gerammt. Wir schaffen es gerade noch in das Hafenbecken der Siracusa Yachting Marina, bevor sie wegen Starkwind geschlossen wird. Beim Anlegen wickelt sich dank Unachtsamkeit des marineros die Muringleine um die Welle. Madame taucht und befreit uns, der marinero ist beeindruckt. Kurz danach löst sich unsere rechte Muring vom Grundgeschirr, wir gehen auf Tuchfühlung mit dem Nachbarboot. Siracusa gefällt uns nicht, die Stadt hat ihren Charme und ihre Seele dem Kommerz geopfert, da helfen auch die antiken Bauwerke nicht viel.

      Der angekündigte Starkwind am nächsten Tag bleibt aus, die Wellen jedoch noch meterhoch, wir kämpfen uns unter Motor durch das seichte, bleierne Wasser nach Pozzallo, der Anker fällt im Schutz der Mole.

      Tags darauf können wir hart am Wind (3-4Bf) den Kurs nicht halten, fallen ab, geraten dadurch ins VTS, bergen die Genua und motoren. Seenebel, wir aktivieren den Radar, ausser uns und den Möwen ist jedoch niemand unterwegs... 

      Bei Ragusa liegen wir vor Anker, der Wind bläst mit 4-5 Bf, Schwell steht in der Bucht, an Schlaf ist nicht zu denken, kurz nach Mitternacht haben wir genug vom Geschaukel und vom Ächzen der Jurawind und legen ab und sind nach 40sm und gut 8 Stunden in Licata. Hier wir unsere Jurawind die nächste Zeit liegen.

      Das Schiff hat durchgehalten, die Liste der anstehenden Reparaturen ist lang.

      • Crotone
      • Winddüse in der Strasse von Messina
      • Schräglage in der Strasse von Messina
      • Ätna
      • Der Heiligenschein ist trügerisch
      • Die Jurawind in Licata für ein Jahr

        1598.6 km, 20:36:11

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