Merci kennenlernen

und lieben


Die Schlei und Umgebung


Juni / Juli 2020 

Die Grenze zu Deutschland öffnet nach dem Corona Lockdown am 15.6., wir verlassen die Schweiz im vollgestopften Panda mit Ziel SchleswigDie «Merci» ist schon im Wasser, der Mast wird gestellt, ein paar Stunden später gehört die Hallberg Rassy 36 (HR 36) mit Namen «Merci» definitiv uns!!

Im Laufe der nächsten Tage beheben wir kleinere Mängel an Bord und erkunden die Umgebung. Eindrucksvoll die Rekonstruktion einer der ältesten (9.Jh) Wikinger-Siedlungen, Haithabu.

Die Rettungsinsel bringen wir nach Kiel zur Überprüfung, bei dieser Gelegenheit besichtigen wir die Schleuse zum NOK (Nord-Ostsee-Kanal). Fisch frisch vom Fischer direkt am Hafen von Schleswig verkauft, lassen wir uns nicht entgehen.

Ein grösseres Ärgernis ist das Grosssegel, es ist falschherum in den Mast gezogen worden, nun verkeilen die horizontalen (!) Latten. In Kappeln werden wir das Grossegel flicken lassen und gleichzeitig neue Segel bestellen! Die Lichtmaschine lädt unzuverlässig, der Pfeifton ist störend.

Das Wetter ist nordisch, Wind, Sonne und Wolken um 20 Grad, schön. Eine kleinere Segelyacht läuft vor dem Hafen auf Grund, die Seenotretter fahren auf. Also: das betonnte Fahrwasser nicht verlassen.

Wind 7 Bf, wir hören dp07 (delta papa 07), den Seewetterdienst für Ost-und Nordsee, beobachten den je nach Windrichtung rasch wechselnden Pegelstand (+/- 80 cm innert Stunden).

Wir empfangen Stefan und Svennya zu einem Fondue, die ersten Besucher auf der «Merci».

Unser erster Schlag bringt uns bis nach Missunde! Das Wetter ist mies, im Radio fällt der Spruch: »Der kleine April möchte im Juli abgeholt werden». Die Schlei ist schön, mal eng wie ein Fluss, mal weit wie ein kleiner See.

Bei gutem Wetter segeln wir anschliessend mit der Genua nach Kappeln, wo wir länger liegen. Der kleine, weisse Hund vom Nachbarboot amüsiert uns: Er springt wedelnd vom Boot, zerrt beim Zurückkommen an der Leine, schnüffelt auf dem Steg herum, dreht sich demonstrativ vom Boot weg: er ist nicht seefest.

Restaurant Stark: das Essen wird am Tresen ausgewählt und mundet köstlich (mediterrane Fischplatte); das Lokal ist klein, das Interieur stimmig.

Das enge Fahrwasser zwischen Kappeln und Schleimünde ist voller Segelschiffe unter Volltuch. Es wird gedrängelt, wir mittendrin, werden rechts und links überholt (KOLREGs?). Gegenverkehr inklusive, Stress pur, alle wollen raus in die Ostsee bei den idealen Bedingungen heute. Wir haben nicht daran gedacht, dass die Brücke in Kappeln jede Stunde öffnet und eine Armada von Schiffen sich gleichzeitig in die Ostsee bewegt.

Der Schlag nach Schleimünde ist kurz, wir stecken unsere Nase auch noch in die Ostsee, der Wind ist mit 6 Bf kräftig, in den Böen bis 7, nicht schlecht! Mit der gütigen Hilfe der Stegnachbarn machen wir in Schleimünde fest: Gänsesäger, Reiherenten, Küstenseeschwalben, Möwen und Mehlschwalben machen wir beim Spazieren aus.

Auf der Terrasse der Giftbude bei einer Flasche Wein geniessen wir das Leben.

Am nächsten Morgen schlingt sich eine Leine um die Schraube, Ursula taucht im 14 Grad warmen Wasser bis an den Rand der Erschöpfung, ein junger Mann erledigt den Rest des Befreiens.

Wir kreuzen auf, starten den Motor kurz vor Eckernförde, der Keilriemen reisst, wir müssen uns von den Seenotrettern in den Hafen schleppen lassen. Schlussendlich ist unser Gast Annette an Bord und lädt uns spontan zum auswärts essen ein, merci!.

Roger baut die Lichtmaschine aus, Annette und ich gehen nach Haithabu. Tags darauf erkunden wir die Schlei per Auto, Roger baut die neue Lichtmaschine ein, was das Problem nicht löst, es pfeift munter weiter. Am Abend essen wir ein Fondue, Annette hat den Käse mitgebracht.

Wir fahren dennoch raus mit Annette Schleimünde ist voll, wir kommen in Maasholm unter, eine gute Alternative. Wir sehen den Fischern beim Ausladen ihrer Dorsche zu, kaufen einen für 5 Euro, das Abendessen ist gesichert.

Es ist 22:45, die Möwen streiten sich um den besten Rastplatz, Dämmerung, Abendrot, das Wasser spiegelglatt, ein nordischer Sommerabend, erste Sterne, Friede pur.

Tags darauf kurze Fahrt nach Kappeln anstelle Flensburgs, der Motor pfeift, wir sind unsicher. Annette reist einen Tag früher ab als geplant. Sie hat das Ganze mit Humor genommen, danke!

Ich werde 60, am 20.7. essen wir im Stark in Kappeln.

Wir sind sehr zufrieden mit unserem neuen Schiff! Das Segeln ist bedeutend bequemer, einfacher und schneller als mit der Jurawind und das Leben an Bord angenehm, es hat genügend Platz, auch für Gäste; das Kochen ist einfacher mit Gas als mit Petroleum und es ist einfach schön über das Schiff zu schauen und nicht überall Rost und Arbeit zu sehen.

Roger erinnert sich an die letzten Worte von Rick im Film Casablanca. "Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft".  

PS: Das Pfeifen werden wir im nächsten Jahr mit dem Wechseln der zweiten Lichtmaschine los.

  • Kappeln Klappbrücke
  • Laudanis Klappbrücke
  • Schlei Fjord
  • Naturidylle Schlei
  • Rosen in Schleswig
  • Naturpark Schleimünde
  • Mitfahrbank
  • bei Arnis
  • Lügenbank
  • gepflegtes Wohnen an der Schlei
  • Erfolgreicher Fischfang in Maasholm

    Norddeutscher Humor 1

    Wir haben eine sehr freundliche Selbstbedienung. 
    Bitte bestellen Sie am Tresen.

    Norddeutscher Humor 2

    Bitte Klingeln. Wenn keiner aufmacht: 
    Blumen giessen,
    Unkraut zupfen,
    Danke

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